Verhältnis zwischen Anwalt und Kunde

Die Beziehung zwischen Anwalt und seinem Kunden ist in der Regel geprägt von Vertrauen. Auf den nachstehenden Seiten zeige ich Ihnen auf, wie diese Beziehung entsteht und welchen Regeln sie untersteht.

Beginn der Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen meinen Kunden und mir beginnt in der Regel mit einem Telefonat. Anlässlich dieses nehme ich die Kontaktdaten des Kunden auf und versuche die Eckdaten der Zusammenarbeit zu erfassen. Ich stelle Fragen und höre zu, um zu erfahren, um was es geht.

In der Regel vereinbare ich dann einen Termin mit dem neuen Kunden. Mir ist es wichtig, dass nicht nur ich, sondern auch der Kunde ein Gesicht zur Stimme hat. Nur bei gegenseitiger Sympathie macht eine Zusammenarbeit Sinn, denn das Anwalts-Klienten-Verhältnis basiert auf Vertrauen.

Nebst den Daten des Kunden benötige ich in diesem Zeitpunkt auch die Daten der Gegenseite, sofern es nicht um ein blosses Beratungsmandat geht. Dies deshalb, weil vor der Übernahme eines Mandates immer ein Interessenkonfliktcheck gemacht werden muss.

Verhinderung von Interessenkollisionen

Vor der Übernahme eines Mandates ist ein sog. Interessenkollisionscheck erforderlich. Dies erfolgt durch Prüfung von bestehenden und alten Beziehungen zum neuen Kunden und zur Gegenseite sowohl bei mir als auch bei meinen Bürokollegen. Einerseits geht es darum, zu verhindern, dass ich, bzw. meine Bürokollegen sowohl die eine, wie auch die andere Seite einer Streitigkeit vertreten. Anderseits muss auch sichergestellt sein, dass ich nicht plötzlich einen Streit gegen einen der besten Kunden meiner Bürokollegen führe, auch wenn dieser ev. in diesen konkreten Fall nicht involviert ist. Sie als mein neuer Kunde hätten auch keine Freude, wenn Sie plötzlich Post von meiner Kanzlei erhielten, welche sich aber nun plötzlich gegen Sie richtet.

Das erste Gespräch

Im Rahmen des ersten Gesprächs geht es darum, sich kennen zu lernen, den Sachverhalt zu erfassen und den Rahmen für die weitere Zusammenarbeit ab zu stecken. In aller Regel versuche ich, bereits vorgängig einige Dokumente zu studieren, um das Gespräch möglichst effizient ablaufen zu lassen.

Ziel des ersten Gesprächs ist es, dass

  • wir gemeinsam eine Strategie für das weitere Vorgehen festlegen;
  • wir beide der Meinung sind, dass der richtige Partner vis-a-vis sitzt;
  • wir eine Einigung über die Kosten der Zusammenarbeit erzielt haben.

Honorarvereinbarung

Im Rahmen der Honorarvereinbarung halten wir fest, welche Kosten für die Zusammenarbeit für Sie anfallen. In aller Regel rechne ich nach Stundenaufwand ab. Diesfalls halten wir den vereinbarten Stundenansatz fest. In der Regel beträgt der Stundenansatz je noch Komplexität des Falles und des Umfangs des Zusammenarbeit zwischen  CHF 280 und CHF 350 pro Stunde. Zusätzlich vereinbare ich in der Regel eine Kleinspesenpauschale von 3% des Honorars für Auslagen für Kopien, Telefonate, Porti, etc. Darüber hinaus fällt in der Regel die MWST von zur Zeit 8% an.

Unter Umstände besteht auf Seiten des Kunden das Bedürfnis, eine Honorarpauschale zu vereinbaren. Dies kann dann erfolgen, wenn ich meinen Kunden bereits kenne und ich weiss, welcher Aufwand in etwas anfällt. Anderseits können Honorarpauschalen dann Sinn machen, wenn es um einen grossen Fall geht. Diesfalls muss jedoch der Sachverhalt zunächst erfasst werden, um den Aufwand grob abzuschätzen. Die Pauschalierung des Honorars soll nicht dazu führen, dass die eine oder andere Partei ein schlechtes Geschäft macht.

Bei neuen Kunden erlaube ich mir, in aller Regel einen Vorschuss im Umfang der voraussichtlichen Kosten zu verlangen. In jedem Fall erstelle ich aus beiderseitigem Interesse regelmässig Zwischenabrechnungen, um die Kosten meiner Dienstleistungen transparent zu halten.

Vollmacht

Meine Kunden unterzeichnen für den Fall, dass es nicht um ein reines Beratungsmandat geht, ein Vollmachtenformular. Dieses entspricht einem Standard und geht in der Regel deutlich über das hinaus, was für das konkrete Mandat erforderlich ist. Festzuhalten ist an dieser Stelle, dass ich nie etwas tue, ohne dies vorgängig mit dem Kunden abgesprochen zu haben. Einzige Ausnahme ist der (selten bis nie eintreffende) Fall, dass der Kunde nicht erreichbar ist und Gefahr im Verzug ist.

Anwaltsgeheimnis

Das Anwaltsgeheimnis ist strafrechtlich geschützt. Es verbietet dem Anwalt, irgendwelche Dritten über den Umstand des Bestehens eines Kundenverhältnisses zu informieren. Es umfasst nicht nur das die Personalien des Kunden, sondern auch den Inhalt des Mandates. Nicht vom Anwaltsgeheimnis geschützt dagegen sind Informationen über die Gegenpartei sowie sonstige Informationen, die mir im Rahmen der Bearbeitung eines Falls zur Kenntnis gelangen.

Ich handhabe das Anwaltsgeheimnis in der Regel strenger, als ich müsste. Ich informiere, mit Ausnahme meiner Bürokollegen und –mitarbeiter im Rahmen des Interessenkollisionschecks , niemanden über die Personalien meiner Kunden sowie den Inhalt und allfällige Gegenseiten meiner Aufträge. Ausnahmen lasse ich mir vorgängig schriftlich vom Kunden bestätigen.

Beendigung von Aufträgen

In aller Regel enden Aufträge mit Abschluss eines Prozesses, bzw. mit Beendigung der Beratungsdienstleistung. Spätestens jetzt erhält der Kunde eine Schlussrechnung, welche detailliert über meine Dienstleistungen Auskunft geht.

Das Verhältnis zwischen Anwalt und Kunden ist ein Auftragsverhältnis im Sinne von Art. 398 OR. Dieses ist geprägt von gegenseitigem Vertrauen. Fehlt dieses, sieht das Gesetz in Art. 404 OR vor, dass beide Parteien jederzeit ein Mandat beendet können.

Nach Abschluss des Mandates gebe ich dem Kunden allenfalls bei mir befindliche Originalakten zurück. Andernfalls werden diese – gemeinsam mit allen übrigen Unterlagen – im Archiv abgelegt. Die dort befindlichen Akten werden zehn Jahre aufbewahrt und dann vernichtet.